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World Quantum Day 2026 bei DESY macht Technologien und Innovationen sichtbar

Hamburg entwickelt sich zunehmend zu einem der wichtigsten Standorte für Quantentechnologien in Europa. Beim World Quantum Day 2026 wird deutlich, wie stark sich das Ökosystem rund um Forschung, Industrie und Start-ups entwickelt hat. Gemeinsam mit dem DESY haben wir an dem Tag eingeladen.

Ein starkes Quantenökosystem

Hamburgs Stärke liegt in seiner einzigartigen Dichte an Akteuren und Projekten. 54 Stakeholder arbeiten an über 88 Projekten – von der Grundlagenforschung bis zur industriellen Anwendung. DESY spielt dabei eine Schlüsselrolle im Hamburger Quantenökosystem. Die Röntgenlichtquelle PETRA III und ihr geplanter Nachfolger PETRA IV liefern entscheidende Grundlagen für die Entwicklung neuer Quantenmaterialien. „PETRA IV wird völlig neue Einblicke in Quanteneigenschaften ermöglichen, da sich Elektronen künftig in Echtzeit beobachten lassen. Das eröffnet neue Möglichkeiten, Quanteneffekte gezielt zu steuern“, erklärt Beate Heinemann, Vorsitzende des DESY-Direktoriums. Sie ergänzt: „Auch beim Quantencomputing treibt DESY mit dem Center for Quantum Technology and Applications die Entwicklung neuer Anwendungen voran.“

Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft und Innovation betont: „In Hamburg entsteht Zukunft nicht auf dem Papier, sondern ganz konkret in Anwendungen. In erstaunlich kurzer Zeit ist hier ein Quantenökosystem gewachsen, das Spitzenforschung und industrielle Praxis in starken Partnerschaften zusammenbringt. Der World Quantum Day zeigt: Hamburg ist Mitgestalter der nächsten technologischen Revolution. Mit dem Quantencomputer XAPHIRO, der im Herzen der Science City Hamburg Bahrenfeld bei DESY entsteht, wird aus einer Idee greifbare Innovation. Das ist ein starkes Signal für den Innovationsstandort Deutschland und für Europas technologische Handlungsfähigkeit. Jetzt gilt: Tempo halten. Denn wer die Schlüsseltechnologien von morgen beherrscht, sichert sich Fortschritt und Souveränität.“

Technologische Vielfalt als Erfolgsfaktor

Ein großer Vorteil des Standorts ist seine technologische Breite. Hamburg arbeitet gleichzeitig an mehreren vielversprechenden Ansätzen im Quantencomputing – insbesondere bei Ionenfallen- und Neutralatom-Technologien.

Start-ups und Unternehmen wie eleQtron, parityQC, Universal Quantum und QUDORA treiben die Entwicklung aktiv voran. Parallel entstehen neue Systeme aus der Wissenschaft heraus, etwa an der Universität Hamburg. hqic-CEO Alois Krtil fasst die Strategie so zusammen:

„Hamburg setzt auf zwei der drei vielversprechendsten Technologieansätze und schafft damit technologische Resilienz“

Vom Labor in die Praxis: XAPHIRO

Ein konkretes Beispiel für Hamburgs Innovationskraft ist der 50-Qubit-Quantencomputer XAPHIRO, entwickelt von QUDORA Technologies und NXP Semiconductors im Rahmen der DLR Quantencomputing-Initiative. Der auf dem DESY-Campus beheimatete Rechner soll im kommenden Jahr über die Cloud zugänglich sein und damit neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen.

QUDORA setzt dabei auf die eigene NFQC-Technologie (Near Field Quantum Control), die besonders leistungsfähige Qubits ermöglicht. Perspektivisch arbeitet das Start-up an Systemen mit mehr als 100.000 Qubits und wird dabei durch nationale und europäische Förderprogramme unterstützt.

Innovation braucht Menschen

Allen Beteiligten geht es darum Hamburgs Quantenlandschaft branchenübergreifend zu stärken und Innovationen sowohl im Computing als auch in der Sensorik und Materialien voranzutreiben. Die Kombination aus exzellenter Forschung, industrieller Entwicklung und kurzen Wegen gilt dabei als entscheidender Standortvorteil.
Auch in der Ausbildung setzt Hamburg Maßstäbe: DESY, die Universität Hamburg (UHH) und die Technische Universität Hamburg (TUHH) arbeiten gezielt daran, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken – etwa durch Graduiertenschulen und Kooperationen mit Unternehmen wie Airbus, Lufthansa Industry Solutions als auch dem Fraunhofer CML.

Hamburg spielt vorne mit

Der World Quantum Day 2026 macht deutlich: Hamburg ist längst mehr als ein Forschungsstandort. Die Stadt entwickelt sich zu einem echten Innovationshub, in dem Wissenschaft, Start-ups und Industrie gemeinsam an der nächsten technologischen Revolution arbeiten und die kurzen Wege des Ökosystems nutzen.